2026-09-24 17:09:18

Energie im Kreislauf:

„Wenn nichts verpufft“

Wer Energie einmal aufgewendet hat, sollte sie nicht ungenutzt entweichen lassen. Genau darum ging es beim 24. Fachsymposium.

Erich St. Peischl

Beim 24. Fachsymposium in München stellten die Referenten aktuelle Lösungen rund um Wärmewende und Raumluftqualität vor.

Beim 24. Fachsymposium in München stellten die Referenten aktuelle Lösungen rund um Wärmewende und Raumluftqualität vor.

Über 30 Fachjournalisten wurden am 21. September vom Pressebüro Waldecker nach München eingeladen. Gastgeber war Hoval Deutschland, welche mit fünf weitere Referenten aus Industrie und Handwerk zeigten, wie sich Wärme, Abwärme und Sonnenenergie konsequent im Kreislauf halten lassen.

Nach der Begrüßung durch Gastgeber Wolfgang Allgäuer, Geschäftsführer der Hoval Deutschland GmbH, führte Moderator Dieter Last unterhaltsam durch den weiteren Vortragstag. Wie sich dieser Systemgedanke technisch umsetzen lässt, zeigte im Anschluss Technischer Leiter Manfred Gerngroß unter dem Titel „Heizen, Kühlen und Warmwasser mit Wärmepumpen“: Modular kombinierbare Bausteine lassen sich für Mehrfamilienhäuser, Gebäudenetze und Gewerbe passgenau kombinieren. „Die richtige Dimensionierung macht es aus“, brachte er das Prinzip der Systemlösung Hoval Hybridsystem 3.0 auf den Punkt, bei der die Wärmepumpe die Grundlast deckt und ein fossiler Erzeuger nur die Spitzenlast übernimmt.

Dass Energie nicht nur effizient erzeugt, sondern auch zurückgewonnen werden muss, machte Thomas Roßmann deutlich, Vertriebsleiter Kutzner + Weber/NET/Bomat der Raab-Gruppe: 20 bis 50 % der Brennstoffenergie verlassen viele industrielle Prozesse noch immer ungenutzt über das Abgas. Die neuen SKID-Systeme von NET und Bomat liefern dafür eine vormontierte Plug-and-play-Lösung von 250 kW bis 4 MW. „Wer Energieflüsse optimieren will, muss zuerst das Zusammenspiel des Gesamtsystems verstehen“, so sein Credo.

Wie eng der regulatorische Rahmen für Feuerungsanlagen inzwischen gespannt ist, erläuterten Judith Krauter, Vorstand Technik des Landesinnungsverbands des Schornsteinfegerhandwerks Baden-Württemberg: Die 1. BImSchV wird an eine verschärfte WHO-Leitlinie angepasst, die den Grenzwert für Feinstaub PM2,5 von 10 auf 5 µg/m³ senkt, dazu kommen Neuerungen durch das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG), etwa bei Heizkesseln unter 4 kW und bei Hot Tubs. Damit die so erzeugte Wärme auch im Bestand ankommt, braucht es passende Heizkörper – hier wird im wahrsten Sinne um jedes Watt gekämpft, wie Ismet Bajramovic, Key Account Manager bei der ECA Germany GmbH, an einem Praxisbeispiel aus Saarbrücken zeigte: In einer sanierten Bürogemeinschaft senkten 23 wasserführende Niedrigtemperaturheizkörper vom Typ X-Air die nötige Vorlauftemperatur von 55 auf 35 °C, sodass die fossilfrei betriebene Anlage im ersten Betriebsjahr fast 80 % des Wärmebedarfs aus Eigenproduktion deckte.

Diesen Kampf um jedes Watt griff im Anschluss Dipl.-Ing. Frank Draber auf, Vertriebsleitung Commercial West bei der ATEC GmbH & Co. KG, und lieferte mit photovoltaisch-thermischen Kollektoren (PVT) einen weiteren Baustein für solche Systeme: Der PVT-Autark-Kollektor erreicht einen zertifizierten Gesamtwirkungsgrad von 89 % bei Vorlauftemperaturen von 70 bis 80 °C, der PVT-Sole-Kollektor ermöglicht in Kombination mit einer Wärmepumpe einen Betrieb rund um die Uhr – ganz ohne Erdsonden.

Dass es beim Kreislauf nicht nur um Wärme, sondern auch um Luft geht, machte zum Abschluss Uwe Schumann klar, Leitung Verbandsarbeit & Wissensmanagement bei der Pluggit GmbH, mit dem Vortrag „Raumluftqualität unter Druck? Im Zwiespalt zwischen EPBD-Umsetzung und Gebäudetyp E“. Er verwies auf die laufende WHO-Initiative für eine Resolution zu gesunder Innenraumluft bis zur Weltgesundheitsversammlung 2028 – und übte am Pilotprojekt einer Neubau-Wohnanlage in Ingolstadt Kritik an einer - aus seiner Sicht - eigenwilligen Auslegung des Themas Lüftung: Auch wenn die Qualität der Innenraumluft durch Sensoren, die Temperatur, Luftfeuchte und CO2 in jedem Raum erfassen, „regeln“ dort – statt einer Lüftungsanlage – motorisch gesteuerte Fenster den Luftwechsel.

Das 24. Fachsymposium zeigte: An Technik für Wärmewende und gute Raumluftqualität mangelt es nicht. Entscheidend ist, wie konsequent sie in der Praxis angewendet wird – und dass vereinfachte Standards wie Gebäudetyp E echte Lösungen nicht durch Notbehelfe ersetzen.

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